Am Freitag, dem 12. Januar 2024 demonstrierten etwa 200 Menschen in der Leipziger Innenstadt im Rahmen der bäuerlichen Aktionswoche gegen die verfehlte Agrarpolitik der Bundesregierungen und gegen die Vereinnahmung bäuerlicher Proteste durch rechte Parteien und Bewegungen.

Mit Slogans wie "Für eine gerechte & nachhaltige Agrarpolitik - gegen rechte Hetze!", "Konvi, Öko, scheißegal - Wachstumszwang ist die Qual", "Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarindustrie", "Flugsteuer statt Pflugsteuer" zogen die Teilnehmer*innen vom Augustusplatz um den Innenstadtring.

Aufgerufen hatte ein Bündnis regionaler Agrar-Unternehmen gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (AbL), FridaysForFuture Leipzig, das Konzeptwerk Neue Ökonomie, und andere. Gekommen waren mit ihren Traktoren Betriebe der Solidarischen Landwirtschaft aus Taucha, die Kirchsteitzer Agrar GmbH aus Jesewitz und ein Bioland-Betrieb nahe Bad Düben. Dazu waren Bäuer*innen aus Leipzig, dem Leipziger Land und aus Nordsachsen gekommen.

In ihren Redebeiträgen wiesen die Redner:innen darauf hin, dass die Agrarpolitik in Deutschland seit vielen Jahrzehnten verfehlt gestaltet wird. Dumpingpreise, unübersichtliche Bürokratisierung bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten treiben viele Betriebe in den Ruin und machen die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards zu einer großen Herausforderung.

Die in der Landwirtschaft tätigen Menschen zählen zu den prekärsten Berufsgruppen und nicht wenige werden im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen sein. Gefordert wurde u.a. eine Vermögensabgabe für die Reichen unserer Gesellschaft sowie die Finanzierung einer gerechten und nachhaltigen Agrarpolitik. 

Ein ernsthafter politischer Versuch, die Landwirtschaft nachhaltig umzustellen, müsse an den Rahmenbedingungen ansetzen, die die landwirtschaftlichen Betriebe überhaupt erst abhängig von Subventionen machen: die viel zu geringen Erzeugerpreise, die fehlende Umsetzung von Schutz für die Agrarstruktur, die Ausrichtung auf den Weltmarkt und hohe Gewinne bei den wenigen großen Konzernen des Lebensmitteleinzelhandel und den Landmaschinenhändlern.

Zudem wurde auf die "Wir haben es satt"-Demonstration am 20.1.2024 in Berlin verwiesen.

 

Weitere Informationen:

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Traktor mit Transparent: Für eine nachhaltige und gerechte AgrarpolitikTraktor Biodiversität

 

Traktoren mit Transparent

 

Schild: Ernährung wertschätzen

 

Traktor