In Doberschütz nahe Eilenburg haben sich Ende September mehr als 20 Vertreter*innen von Bürgerenergie-Genossenschaften zum Austausch getroffen. Das Lindencafé war gefüllt und sofort entspannten sich lebhafte Gespräche zwischen den Aktiven aus den ländlichen Regionen Nordsachsens. Organisator der Veranstaltung war WONOS (Weltoffenes Nordsachsen).
Neben der Delitzscher Bürgerenergie-Genossenschaft gehörte auch Taucha (BürGeTa) zu denen, die schon Erfahrungen teilen konnten. Andere suchten nach Wegen, selbst Genossenschaften zu gründen und stellten viele Fragen. Das ist zum Beispiel in Doberschütz der Fall. Dort hatte sich im Frühjahr die Gemeinde dafür ausgesprochen, die Energiewende aus eigener Kraft voranzutreiben.
Die Energiewende in die eigene Hand nehmen
Einig waren sich die Teilnehmer*innen darin, dass sich Bürgerenergie lohnt und eine gute Möglichkeit bietet, gesellschaftliche Mitwirkung zu organisieren. Laufen doch Vorteile für die Umwelt, die finanzielle Entlastung für Kommunen und kleine Vorteile für die eigene Geldbörse zusammen. Außerdem solle man nicht das gute Gefühl unterschätzen, sich selbst zu engagieren und konkrete Projekte mit umzusetzen. Entsprechend ist auch ein großes Interesse in der Bevölkerung zu spüren.
Um den riesigen organisatorischen und personellen Aufwand, der mit der Gründung und dem Betrieb einer Bürgerenergiegenossenschaft verbunden sind, zu verringern schließen sich kleinere zusammen oder schließen sich einer großen Genossenschaft an. Taucha zum Beispiel gehört als eigene Niederlassung zur Energiegenossenschaft Leipzig (LEG).
Aber auch die Schwierigkeiten kommen zu Sprache. Es wird für Bürgerenergie-Genossenschaften inzwischen schwerer, geeignete Einsatzfelder zu finden oder Flächen zum Beispiel für PV-Anlagen oder gar Windanlagen zu bekommen. Vorbehalte in den kommunalen Verwaltungen und auch Konkurrenz um vorhandene Flächen erschweren das Engagement. Sehr motivierend wirkt, wenn Kommunalpolitiker*innen selbst Mitglieder von Bürgerenergie-Genossenschaften sind oder für diese werben.
Anschließend waren die Teilnehmenden aber sehr zufrieden. Wer hatte gedacht, dass es in Nordsachsen schon so viele Interessenten für Bürgerenergie auf dem Weg sind. Das allein war schon ermutigend. Und der Austausch der Kontakte erleichtert auch das weitere konkrete Arbeiten.